drucken

Detailansicht:

Gustav-Werner-Tag

Auch Reutlingens zukünftiger OB Thomas Keck ist dabei

Politiker aus Kreistag, Gemeinderat und Landtag sowie Bürgermeister engagierten sich am Gustav-Werner-Tag in der BruderhausDiakonie.

Politiker erhalten Einblick in die soziale Arbeit.

Tauschten sich im Gustav Werner Forum zum früheren Bruderhausgelände in Reutlingen aus: Eberhard Günther, Helmut Treutlein, Mitglieder des Kreistags Reutlingen, Lothar Bauer Vorstandsvorsitzender BruderhausDiakonie, Thomas Keck, gewählter Oberbürgermeister Stadt Reutlingen, Jürgen Fuchs, Mitglied des Kreistags, Susanne Zolling, Kulturwissenschaftlerin BruderhausDiakonie. Im Hintergrund Horst Haas, Fotograf Schwäbisches Tagblatt. Foto: factum/Granville

Regale im CAP-Markt der BruderhausDiakonie befüllen sowie die Arbeitsplätze für Klientinnen und Klienten kennenlernen: der Einsatz von Karin Villforth, Mitglied des Kreistags Reutlingen, unterstützt von Klaus Fischer, Leiter Arbeit und berufliche Bildung Region Reutlingen. Foto: Markus Niethammer

Begleitete Fachärztin Bauda Aletta van Soest im Medizinischen Zentrum für Erwachsene mit Behinderung bei der Arbeit: Thomas Poreski, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg. Foto: BruderhausDiakonie

Schrauben unter Anleitung von Werkstattbeschäftigten sorgfältig verpacken, lautete die Aufgabe für Matthias Winter, Bürgermeister Römerstein (links). Auch Gerhard Droste, Geschäftsfeldleitung Arbeit und berufliche Bildung der BruderhausDiakonie (rechts), half am Gustav-Werner-Tag in der BruderhausDiakonie-Werkstatt in Dettingen/Erms mit. Foto: factum/Weise

Holzbausteine für den Versand in alle Welt musterhaft verpacken, kann eine Herausforderung sein: Elmar Rebmann, Bürgermeister Bad Urach und Günter Braun Fachlicher Vorstand BruderhausDiakonie lassen sich in der Holzwerkstatt der BruderhausDiakonie in Bad Urach anleiten. Foto: factum/Weise

Körperlich im Stall arbeiten statt im Rathaus Kommunalpolitik zu betreiben, das machte Matthias Henne, Bürgermeister Zwiefalten. Klientinnen und Klienten vermittelten ihm, wie sie in Buttenhausen therapeutisch mit Tieren arbeiten. Foto: BruderhausDiakonie

Die Teilnehmer/innen beim Gustav-Werner-Tag 2019 (oben von links): Marc Böhringer, Leitung Altenhilfe Region Reutlingen, BruderhausDiakonie, Matthias Henne, Bürgermeister Zwiefalten, Christian Rodemeister, Team Gustav Werner Forum, Lothar Bauer, Vorstandsvorsitzender BruderhausDiakonie, Eberhard Günther, Jürgen Fuchs, Gertrud Kleineikenscheidt als Mitglieder des Kreistags Reutlingen, Gabriele Janz, Gemeinderätin Stadt Reutlingen, Thomas Keck, gewählter Oberbürgermeister Stadt Reutlingen, Günter Braun, Fachlicher Vorstand BruderhausDiakonie, Andreas Lingk, Kaufmännischer Vorstand BruderhausDiakonie, Roland Deh, Bürgermeister Grabenstetten, Matthias Winter, Bürgermeister Römerstein, Walter Rebstock, Team Gustav Werner Forum, Alexander Kreher, Finanzbürgermeister Reutlingen, Valdo Lehari jr., Verleger Reutlinger General-Anzeiger und Schirmherr der Veranstaltung, Karin Villforth, Mitglied des Kreistags, Barbara Dürr, Mitglied des Kreistags, Martin Beck, Stiftungsratsvorsitzender BruderhausDiakonie, Uwe Morgenstern, Bürgermeister Sonnenbühl, Helmut Treutlein, Mitglied des Kreistags. Teilnehmer und nicht auf dem Foto: Thomas Poreski, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg und Elmar Rebmann, Bürgermeister Bad Urach. Foto: factum/Weise

Politiker erhalten Einblick in die soziale Arbeit.

Bürgermeister berät

Alexander Kreher, verantwortlicher Finanzbürgermeister der Stadt Reutlingen, hat den Gustav-Werner-Tag fest in seinem Kalender. Am diesjährigen 12. März, dem Geburtstag des Stiftungsgründers der BruderhausDiakonie, drückte er die Schulbank: im Matheunterricht der Wilhelm-Maybach-Schule. Dort half er den angehenden Hauptschulabsolventen, das  Fassungsvermögen eines Schwimmbads zu berechnen. Gemeinsam mit Andreas Lingk, Kaufmännischer Vorstand der BruderhausDiakonie, gab er Tipps für Bewerbungen und riet Jugendlichen einer Flüchtlingsklasse, unbedingt nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zu machen.

Klienten leiten bei der Arbeit an

15 Politiker nahmen am diesjährigen Gustav-Werner-Tag teil, der ein Zeichen für ehrenamtliches Engagement setzen soll. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung in der Region Reutlingen übernehmen seit vielen Jahren der Reutlinger Prälat und stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der BruderhausDiakonie, Dr. Christian Rose, sowie der Verleger des Reutlinger General-Anzeigers, Valdo Lehari junior.

„Ich bin eigentlich ein Schreibtischtäter“, gab Elmar Rebmann, Bürgermeister von Bad Urach zu Beginn seines Einsatzes in der Uracher Holzwerkstatt der BruderhausDiakonie zu verstehen. Er bat um Verständnis, falls er beim Verpacken der Holzbausteine nicht alles perfekt machen würde. „Nicht, dass es noch Beschwerden im Rathaus gibt.“ Jürgen Janetzki, Werkstattbeschäftigter, arbeitete das Gemeindeoberhaupt Schritt für Schritt ein und kommentierte mit Zwischenrufen wie „Bausteine mit dunkleren Flecken gleich aussortieren.“ Peter Mayr, Vertriebsverantwortlicher, ergänzte, „manche Steine gehen bis nach Japan, die Qualität sollte eins A sein.“ Immer routinierter stellte Bürgermeister Rebmann Kasten für Kasten für den Versand zusammen. Günter Braun, Fachlicher Vorstand der BruderhausDiakonie, assistierte dabei.

Tiere helfen, in den Tag zu kommen

Zwiefaltens Bürgermeister Matthias Henne hatte sich am frühen Morgen gar nicht erst in Rathaus-Kluft geworfen, sondern feste Schuhe und Arbeitshose für den Einsatz im Stall angezogen. Vier Esel und ihre Betreuer, drei Klienten, warteten auf ihn in der BruderhausDiakonie in Buttenhausen. Tiergestützte Pädagogik nennt sich das Angebot, das Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung unter anderem helfen soll, morgens aufzustehen und den Tag strukturiert zu beginnen. In der Pause entdeckten Bürgermeister Henne und das Stallteam eine gemeinsame Leidenschaft: den VfB Stuttgart.

Patienten mit schwerer Behinderung verstehen

Landtagsabgeordneter Thomas Poreski kennt sich aus in der Eingliederungshilfe. Deshalb war er nicht nur Zuhörer und Zuschauer beim Arztgespräch im MZEB, dem Medizinischen Zentrum für Erwachsene mit Behinderung. Er unterstützte einen Patienten beim Gehen, hatte praktische Tipps parat, beispielsweise für einen Diabetiker mit Down Syndrom, der nachts beim Insulinspritzen Hilfe braucht. „Sie könnten doch bei uns anfangen“, scherzte Bauda Aletta van Soest, Ärztin im MZEB, die den Reutlinger Abgeordneten über die Arbeit des interdisziplinär arbeitenden Teams informierte.

Württembergische Geschichte erleben

Reutlingens zukünftiger Oberbürgermeister Thomas Keck gehörte zur Gruppe, die die Ausstellung „Diakonie- und Industriegeschichte erleben“ im Gustav Werner Forum kennenlernte. Vier Beschäftigte der Werkstätten führten zunächst durch die Ausstellungsräume im ehemaligen Krankenhäusle. Sie erläuterten mit Ergänzungen von Pfarrer Lothar Bauer, Vorstandsvorsitzender der BruderhausDiakonie sowie von Susanne Zolling, verantwortlich für das historische Archiv der Stiftung, den Aufbau der Bruderhaus-Anstalten und -Fabriken in Reutlingen und Württemberg. „Hier ist mir klar geworden“, so Thomas Keck, „wie das Jahr ohne Sommer 1816, der Aufbau der landwirtschaftlichen Unterrichtsanstalt in Stuttgart-Hohenheim und die Entwicklung unserer Streuobstwiesen zusammenhängen.“

Die Kreistagsmitglieder Jürgen Fuchs, Eberhard Günther und Helmut Treutlein gaben auf Wunsch des Teams Anregungen, was sie in der Ausstellung eventuell ergänzen würden: auf jeden Fall den früheren Garten auf dem Gelände in Richtung heutige Stadthalle sichtbar machen.

Lebensnahe Angebote ermöglichen Teilhabe

Beim abschließenden Treffen im Café Nikolai tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus. Schirmherr Valdo Lehari junior dankte allen für ihren Einsatz: „Das ist großartig. Not ist uns Verpflichtung zu helfen, dafür steht auch unsere Hilfsaktion beim Reutlinger Generalanzeiger.“ Die Politiker würdigten die Arbeit in der BruderhausDiakonie. Bürgermeister Henne: „Wie hier geschafft wird, wie die Klienten mit den Tieren arbeiten und welchen Mehrwert sie haben, finde ich ganz beeindruckend.“ Finanzbürgermeister Kreher betonte, er sei froh über seinen Einsatz bei den Schülern in der Wilhelm-Maybach-Schule. „Ich konnte zeigen, ihr seid mitten in der Gesellschaft, ihr seid wichtig.“ Pfarrer Lothar Bauer machte abschließend den Stiftungsauftrag  der BruderhausDiakonie deutlich: „lebensnahe Angebote zu offerieren - insbesondere für Menschen, die nicht gut mithalten können in unserer Gesellschaft.“

 

Fotos:
factum/Weise, factum/Granville, Markus Niethammer

« zurück zur Übersicht

Nachrichten

Das Wandern mit dem Lernen verbinden

Auf den Spuren von Gustav Werner wanderten Schüler, Vertreter der BruderhausDiakonie sowie der...

mehr »

Das Quartierszentrum Bezner machte neugierig

Zahlreiche Besucher kamen ins neue Mühlenviertel nach Ravensburg und ließen sich von den Angeboten...

mehr »

Schülerinnen und Schüler engagieren sich für Demokratie

Jugendliche haben sich in Göppingen zu Vielfaltcoaches ausbilden lassen und setzen sich an ihren...

mehr »